Prinz wer? Meine Blogthemenbiografie


Jetzt wird es persönlich – Steffi vom Blog Steflei Fotografie hat zu einer Blogparade zum Thema „Schreib doch mal die Biografie Deines Blogthemas“ aufgerufen. Dieser Beitrag ist meine erste Teilnahme an einer Aktion dieser Art und erzählt, warum es den Prinzen nicht nur in Moabit gibt, sondern auch online.
  
Die Geburt des analogen Prinzen und elterliche Verzückung

Als meine Liebste damit beschäftigt war, unseren Prinzen auszubrüten, hingen wir jeden Tag voller Vorfreude am Babybauch. Eines Abends fassten wir all unseren Mut zusammen und blickten der Realität ins Auge: Wir fanden „gutschi gutschi“-säuselnde Eltern, die ständig ihr Kind tätschelten und bespaßten, nervig – aber wir würden ganz bestimmt nicht besser sein. Vermutlich würden wir sogar vor der Wiege stehen und ganz entzückt „Oh, wie süüüß, er hat sein Fingerchen bewegt!“ oder „Hör mal, wie anmutig sein Rülpsen klingt!“ von uns geben.
Spoiler: In die elterntypische Babysprache sind wir nicht verfallen, aber alle anderen „Befürchtungen“ übertrafen wir locker. Der Liebesrausch war gewaltig und hat uns bis heute fest im Griff.

Als mein „Thema“ schließlich vor drei Jahren geboren wurde, war noch kein Blog abzusehen. Klar war jedoch, dass die lustigen Aktionen und amüsanten Gedanken des Prinzen festgehalten werden mussten.

Der Prinz von Moabit


Anekdoten für die Familie

Dies tat ich zunächst für Verwandte in Form von kurzen Anekdoten und Briefen zum Geburtstag. Da auch sie vor Liebe übersprudelten und dem Prinzen verfallen waren, forderten sie zunehmend mehr Berichte und begannen, diese im Kollegen- und Freundeskreis zu verbreiten. Hin und wieder fiel der Satz: „Mach doch mal einen Blog!“

Ein Blog? Ohne mich groß damit befasst zu haben, verstand ich diese als Websites mit überdimensionierten Fotos, wenig Text und viel Werbung. Es ging um Schminke, Blechkuchen oder Handys. Was sollte das mit dem Prinzen zu tun haben?


Ach, DAS ist (auch) ein Blog?

Erst nachdem ich mich eingehender mit dieser Thematik auseinandergesetzt hatte – vor allem mit Elternblogs – erkannte ich, dass die Palette wesentlich breiter und bunter war als angenommen. Da gibt es zum Beispiel die studierende Mutter von BrüllMaus, die neben Alltagsgeschichten mit interessanten, lustigen und erhellenden Random Facts überrascht oder die Dreifachmama von Eine ganz normale Mama, die ihre Gedanken, (Erziehungs-)ansichten und Spielideen teilt. Ebenfalls Gedanken macht sich der bloggende Vater von Blog-Pirat unter der Rubrik „Familie“, hauptsächlich über Erziehung und Gesellschaft. Die zwei Mütter von Goldtopf - am Ende des Regenbogens berichten über ihre Regenbogenfamilie und den Weg zum zweiten Kind. Mein persönliches Highlight ist der Dawn of the Dad, der sein Leben mit Kind sowie seine neue Rolle mit viel Humor resümiert und sich auf herrliche Weise darüber auslassen kann, wie schwer es ist, einen einfachen Familienflug zu buchen.  

Aus diesem Blickwinkel heraus, so stellte ich fest, könnten meine „Essays und Kurzgeschichten“ ebenfalls als Blogposts durchgehen.


Die Geburt des digitalen Prinzen

So kam es, dass sich der Prinz nach dreijährigem Wirken in den Straßen Moabits nun auch seit Januar 2018 online entfalten konnte. Fast wie von selbst entstanden die ersten Blogposts, indem ich seine Anekdoten fortan in den Computer tippte, statt sie in Notizbüchern festzuhalten. Es machte Spaß, den Alltag mit Kleinkind auf diese Weise Revue passieren zu lassen und Erinnerungen zu bewahren. Zudem war das Schreiben eine Form der Erlebnisverarbeitung – denn Aufregung in allen Facetten haben Neueltern reichlich.


Wohin soll die Reise gehen?
Die Welt steckt voller
Überraschungen

Als Protokollantin des Prinzen tappte ich hier selbst im Dunkeln und musste mich überraschen lassen. Im Zentrum standen seine Gedanken und Erlebnisse, seine Sicht auf das Leben. Meine Ambition war und ist es, Erwachsenen die Möglichkeit zu geben, die Welt mit Kinderaugen zu sehen und neu zu entdecken.

Sehr bald kristallisierte sich heraus, dass der Unterhaltungsfaktor in den Vordergrund trat. Diese Richtung ergab sich von ganz allein; der Prinz war eben so lustig! Elterliche Ansichten, Tipps und Hilfestellungen kamen in den Beiträgen – wenn überhaupt – nur zwischen den Zeilen zum Vorschein.   

Manchmal macht man sich im Vorfeld Gedanken über die Sinnhaftigkeit einer Tätigkeit. In anderen Fällen – so wie bei meinem Blog – stürzt man sich einfach unüberlegt ins Abenteuer. Erst als der Blog ins Rollen kam, klopfte die Sachlichkeit bei mir an – mal leiser, mal lauter – und stellte folgende Frage:


Was soll das Ganze eigentlich?

Der Druck, alle Taten – selbst das Bloggen – hinsichtlich Sinnhaftigkeit, Wert und Nutzen begründen zu können, führt hin und wieder zu Erklärungsnot. Meine Antwort auf die obige Frage waren zunächst viele weitere Fragen:

Muss denn immer alles zielgerichtet und mit klar definiertem Nutzen sein? Reicht es nicht, einfach Spaß an einer Sache zu haben – selbstverständlich, ohne anderen damit zu schaden? Sich jenseits von Google Trends vom Alltagsgeschehen inspirieren und von Spontaneinfällen leiten zu lassen? Sich an der Fülle von Synonymen zu erfreuen, statt eine SEO-Strategie zu verfolgen?

Nach einigen Selbstzweifeln – die nie vollständig verschwanden – kam ich schließlich zu dem Schluss: Ja, das reicht völlig aus. Manchmal sind die Freude am Schreiben und ein Schmunzeln im Gesicht der Leser*innen „Gewinn“ genug.
Ob ich mit dieser Ansicht wohl allein dastehe?


Man soll nicht von sich auf andere schließen...

...ist ein kluger Spruch, der seine Berechtigung hat. In einigen Situationen kann jedoch auch das Gegenteil sinnvoll sein, zum Beispiel bei der Suche nach Gleichgesinnten: Wenn ich es genieße, mich mitunter einfach von Alltagsgeschichten berieseln zu lassen, ohne dabei Probleme und Strategien zu wälzen, dann gibt es vielleicht noch andere. Oder?


Spread the love – ein großes Dankeschön

Ja, es scheint sie tatsächlich zu geben, die Gleichgesinnten – meine Leser*innen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an euch. Es ist unglaublich schön, dass ihr da seid!
Ich hoffe, dass der Prinz euch noch so einige Schmunzler durch seine Sicht auf die Welt beschert und ihr für euch sinnvolle Botschaften zwischen den Zeilen herauslesen könnt.
Lasst uns ein bisschen Freude, Liebe und Lebenslust verbreiten – sie sind der größte Gewinn 💕

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Kommentare

  1. Hallo, cool mal davon zu lesen wie sich das bei dir mit dem Blog entwickelt hat. Meistens entwickelt sich das von alleine und es nimmt seinen Lauf. Toller Blog und ich schaue immer wieder gerne vorbei. LG, Claudia :-)

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  2. Eigentlich ist die Geburt Deines Blogs klassisch. Man schreibt für eine kleine Anzahl an Interssenten. Aus der Familie und Freunden als Leser werden plötzlich auch andere Menschen auf den Blog aufmerksam. Genauso ist vor Jahrzehnten diese Szene entstanden. Also mein Tipp: Weitermachen und nach Sinnhaftigkeit nicht fragen. Es macht Dir und Anderen Spass. Das ist doch die schönste Motivation, oder? VLG Marion

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    1. Vielen Dank für Deine netten und Mut machenden Worte! :)

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  3. Sehr amüsant geschrieben :) Ich mag solche Beiträge, wo man mal erkennen kann, wie sich das überhaupt alles ergeben hat :)

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    1. Vielen Dank für Dein Feedback! Wenn es amüsant war, wurde mein Ziel erreicht ;-)

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  4. Wow, das ist wirklich eine tolle Idee für eine Blogparade. Richtig süß und kreativ hast du das geschrieben :) Mach weiter so - es soll ja Spaß machen!

    Liebste Grüße,
    Sarah von www.vintage-diary.com

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  5. eine spannende Aufstellung! ich kannt deinen Blog bis zu diesem Beitrag noch gar nicht und finde das als Eingang echt toll zu lesen, wie du dich entwickelt hast :)

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com

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  6. ...ein sehr schöner Beitrag. Ich finde es schön und wichtig auch das/die Gesicht/er hinter dem Blog "zu kenne". Danke, dass du deine Geschichte erzählt hast ;) Ich kenne dies auch nur zu gut mit den viele Fragen und Zweifel. Letztendlich bin ich auch der Meinung, dass ich aus Spaß an der Freude schreibe und wenn sich dann doch mal Leser*innen auf meinem Blog verirren ( die nicht aus meinem Bekanntenkreis oder aus der Familie stammen), dann freue ich mich immer sehr.

    Danke für deinen persönlichen Einblick.

    Liebe Grüße aus dem Süden Berlins
    Sophia von https://art-culture-and-more.de

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    1. Liebe Sophia,

      danke für Deinen netten Beitrag!
      Ich finde es auch interessant, mehr über den Menschen und die Motivation hinter dem Blog zu erfahren - das war der Grund für meine Teilnahme an dieser Blogparade. Vielleicht machst Du auch mit? Es sind noch knapp drei Wochen Zeit ;-)

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  7. Manchmal sind es doch die Bekannten die einfach mal sagen "Mach doch einen Blog" - Finde ich toll dass du dich da drüber getraut hast. Und wie du schon erkannt hast, Blogs sind viel mehr als nur Schminke, Kochen und co!

    Alles Liebe,
    Julia
    https://www.missfinnland.at

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